Hallo ihr Lieben,
wir müssen heute einmal über ein Thema sprechen, das uns schon eine ganze Weile beschäftigt – und das nach den Ereignissen der vergangenen Tage endgültig auf unserem Tisch gelandet ist. 🧚
Es geht um Vorbestellungen und Drops für besonders begehrte Produkte aus Pokémon, One Piece und Dragon Ball Fusion World.
Und wir sagen es ganz offen:
So wie bisher möchten wir diese Produkte künftig wahrscheinlich nicht mehr anbieten.
Nicht, weil wir keine Ware bekommen. Nicht, weil wir keine Lust auf diese TCGs haben. Und ganz sicher nicht, weil wir unsere Community nicht mögen.
Sondern weil der Aufwand, knappe Ware möglichst fair zu verteilen, inzwischen in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zu dem steht, was daraus entsteht.
Eigentlich könnten wir es uns sehr einfach machen
Ein Vorwurf der vergangenen Tage hat uns dabei besonders nachdenklich gemacht:
Händler würden Vorbestellungen anbieten, um frühzeitig das Geld ihrer Kunden einzusammeln und damit zu arbeiten.
Das klingt vielleicht schön dramatisch – ergibt wirtschaftlich allerdings erstaunlich wenig Sinn.
Denn wenn unser Ziel tatsächlich darin bestünde, mit knappen TCG-Produkten möglichst viel Geld zu verdienen, gäbe es eine viel einfachere Lösung:
Wir würden überhaupt keine Vorbestellungen anbieten.
Wir würden die Ware bei unseren Lieferanten bestellen, gemütlich abwarten, was tatsächlich bei uns eintrifft, und anschließend die verfügbaren Produkte zum aktuellen Marktpreis verkaufen.
Kein Risiko durch nachträgliche Zuteilungen.
Keine Vorbestellungen, die wir über Wochen verwalten müssen.
Keine zusätzlichen Beschaffungsversuche bei anderen Händlern.
Keine Umbuchungen oder Erstattungen.
Und vor allem könnten wir bei besonders begehrten Produkten häufig erheblich höhere Preise verlangen.
Das wäre für uns wesentlich einfacher – und vermutlich sogar deutlich lukrativer.
Wir haben uns bislang ganz bewusst dagegen entschieden.
Warum wir überhaupt Vorbestellungen anbieten
Unser Ziel war immer, euch begehrte Produkte möglichst frühzeitig zu einem vernünftigen Preis anbieten zu können.
Deshalb begrenzen wir Vorbestellungen anhand der Mengen, mit denen wir nach den Informationen unserer Lieferanten realistisch rechnen können.
Werden diese Mengen später gekürzt, versuchen wir zusätzliche Ware zu beschaffen. Teilweise kaufen wir Produkte sogar zu Preisen nach, die über dem Preis liegen, zu dem wir sie unseren Kunden verkauft haben.
Nicht weil das besonders clever kalkuliert wäre.
Sondern weil wir eine Bestellung lieber erfüllen als stornieren möchten.
Trotzdem können auch wir keine Ware verschicken, die uns schlicht nicht geliefert wird.
Und um eines noch einmal ganz deutlich zu sagen:
Wir stornieren weder regelmäßig noch massenhaft Vorbestellungen.
Gemessen an der Gesamtzahl unserer Bestellungen betrifft das einen kleinen Teil. Aber dieser kleine Teil verursacht inzwischen einen enormen Anteil unseres Serviceaufwands.
Dann versuchen wir es mit einem Raffle …
Beim aktuellen Pokémon-Drop wollten wir ein anderes Problem lösen.
Bei normalen Drops mit extrem hoher Nachfrage gewinnen häufig diejenigen mit der schnellsten Verbindung, vorbereiteten Checkouts oder technischen Hilfsmitteln.
Also haben wir ein Raffle getestet.
Mehrere tausend Menschen konnten sich auf eine begrenzte Anzahl Plätze eintragen. Anschließend wurden die tatsächlich verfügbaren Produkte zufällig unter den Teilnehmern vergeben.
Nicht Geschwindigkeit sollte entscheiden, sondern das Los.
Auch dabei haben wir Dinge gelernt. Insbesondere die technische Darstellung einer Raffle-Teilnahme als „Bestellung“ und die anschließende automatische Stornierung bei einem Nichtgewinn müssen wir künftig verständlicher kommunizieren.
Das ist vollkommen berechtigte Kritik.
Was wir allerdings nicht erwartet hatten, war die Menge an Beschimpfungen, Unterstellungen und negativen Bewertungen, weil jemand bei einer Verlosung nicht gewonnen hat.
Plötzlich war von „massenhaft stornierten Bestellungen“, Betrug oder anderen Dingen die Rede.
Und irgendwann müssen auch wir uns fragen:
Warum machen wir uns diesen Aufwand eigentlich?
Vielleicht müssen wir „fair“ neu definieren
Wir haben in den vergangenen Jahren sehr viel Zeit und Technik investiert, um knappe Produkte möglichst breit und fair zu verteilen.
Bestelllimits.
Haushaltsprüfungen.
Kontrolle von Mehrfachaccounts.
Bot-Schutz.
Raffles.
Manuelle Prüfungen.
All das kostet Zeit und Geld.
Vielleicht ist die einfachste Lösung deshalb künftig eine ganz andere:
Besonders knappe Produkte könnten wir ausschließlich unseren bestehenden Stammkunden anbieten.
Menschen, die regelmäßig bei uns einkaufen und mit denen bereits eine Kundenbeziehung besteht.
Damit würden viele Probleme auf einen Schlag verschwinden.
Wir müssten uns deutlich weniger Gedanken über Bots, Fake-Accounts, Mehrfachbestellungen oder Menschen machen, die ausschließlich für einen einzigen gehypten Drop in unseren Shop kommen.
Unsere tatsächlich verfügbare Ware würde stattdessen zuerst bei den Menschen landen, die den Feenturm das ganze Jahr über unterstützen.
Je länger wir darüber nachdenken, desto sympathischer wird uns dieser Gedanke. 🧚
Wie es weitergeht
Eine endgültige Entscheidung haben wir noch nicht getroffen.
Fest steht allerdings:
Bei besonders knappen Produkten aus Pokémon, One Piece und Dragon Ball werden wir unser bisheriges Vorbestellmodell so nicht einfach fortführen.
Denkbar sind für uns momentan vor allem zwei Wege:
Entweder verzichten wir bei diesen Produkten weitgehend auf Vorbestellungen und verkaufen nur noch Ware, die tatsächlich bei uns eingetroffen ist.
Oder besonders begehrte Kontingente werden künftig zunächst bzw. ausschließlich für unsere Stammkunden freigegeben.
Damit würden wir bewusst auf einen Teil des möglichen Umsatzes verzichten.
Aber Umsatz ist eben nicht alles.
Wenn wir wählen können zwischen einem gigantischen Drop mit tausenden Teilnehmern, Botschutz, Kontrollen und anschließend hunderten Servicenachrichten – oder einem kleineren Verkauf an Menschen, die seit Monaten oder Jahren bei uns bestellen –, dann fällt diese Entscheidung irgendwann gar nicht mehr so schwer.
Und an dieser Stelle möchten wir ausdrücklich etwas sagen:
Die überwältigende Mehrheit unserer Kunden ist freundlich, verständnisvoll und fair. 💜
Gerade in den vergangenen Tagen haben uns neben einigen wirklich unschönen Nachrichten auch unglaublich viele liebe Nachrichten erreicht.
Ihr seid der Grund, weshalb wir uns überhaupt so viele Gedanken darüber machen, wie wir knappe Ware möglichst vernünftig verteilen können.
Vielleicht bedeutet „fair“ künftig deshalb nicht mehr, dass jeder im Internet dieselbe Chance bekommt.
Vielleicht bedeutet es manchmal auch, zuerst diejenigen zu berücksichtigen, die den Feenturm das ganze Jahr über begleiten. 🧚✨
Euer
Feenturm-Team